Freitag, 10. Oktober 2014

Zurück in Taschkent

Wir hatten eine ruhige 7 Stunden Zugfahrt zurück nach Taschkent. Im Zug war eine Gruppe Norweger mit einem sehr kommunikativen Mitreisenden, der einige Usbeken im Zug interviewte und fotographierte. Auf den Flachbild-Fernsehen liefen sehr herzzerreisende Filme, die die südamerikanischen Novelas um Längen übertreffen.


In Tashkent sind wir wieder im gleichen Hotel abgestiegen. Hier können wir auch unsere Wäsche waschen lassen. Nach 12 Tagen geht der Wäschevorrat dann doch langsam aber sicher zur Neige.

Zum Essen sind wir auf den Markt gegangen, wo uns der Mann am Schnellimbiss gleich wiedererkannte und sagte: "Ah, Switzerland!" Na ja, fast. Wahrscheinlich probiert er es mit jedem Touristen. Auf alle Fälle war er wieder sehr nett.


Und auf dem Rückweg haben wir in der U-Bahn wieder den Belgier von Samarkand getroffen. Das ist so witzig, als Backpacker trifft man immer wieder auf die gleichen Leute.

Bukhara

Bukhara: Vom Stadtbild her noch einmal ganz anderst als Samarkand. Die Medresen sind nicht mehr ganz so üppig verziert, haben aber immer noch die türkiesblauen Kuppeln. Die Altstadt von Bukhara besteht noch aus den Häusern von vor 500 Jahren und zeigt das Usbekistan vor der russischen Besetzung. Insgesamt ist Bukhara noch touristischer als Samarkand, sogar "Segafredo" hat es bisher geschafft. Die Menschen sind auch hier sehr freundlich und hilfsbereit, sowie geschäftstüchtig. Das folgende Bild hat mich 1000 Som gekostet.


Sehenswert in Bukhara ist das Kalon-Minarett mit einer Höhe von 45 m, von hier wurden früher die Feinde Bukhoros hinunter geworfen. Gegenüber findet sich die Mir-i-Arab Medresen, ein sehr beeindruckendes Gebäude.


Ein weiteres monumentales Bauwerk ist der Ark, eine Zitadelle, die den ehemaligen Palast des Emirs und eine Moschee beherbergt. 


Mitten in einem Wohnviertel, wo man eigentlich gar nicht damit rechnen würde und man sich mit jeder weiteren Gasse fragt: sind wir hier wirklich richtig, steht die Chor-Minor-Madrese, bzw. nur noch das Tor mit dem Pförtnerhäuschen.


Ca. 7 km nördlich von Bukhara steht noch der Palast des letzten Emirs. Für uns war es eine amüsante Busfahrt in einem der Minibusse, in die soviel Menschen hineingestopft werden wie notwendig. Wir mussten den ersten Teil der Fahrt stehend reisen - bei einer Höhe von ca. 1,50 m. Bei einem Fahrpreis von umgerechnet ca. 25 Cent kann man das schon mal in Kauf nehmen.
Der Palast ist wie die meisten Sehenswürdigkeiten von Souvenirhändlern bevölkert, aber noch sehr gut erhalten und gibt einen Einblick in die traditionellen usbekischen Handarbeiten. 



Und zum Schluss noch ein Essensbild von einem weiteren traditionellen Gericht: Plov.


Morgen früh geht es mit dem Zug zurück nach Taschkent, wo wir hoffen, unsere Wäsche waschen zu können. Am Samstag fliegen wir nach Delhi. Da wird es dann ca. 20 C wärmer und wir können die Sommersachen auspacken! 








Mittwoch, 8. Oktober 2014

Ankunft in Bukhara

Von unserem Hotel "Abdu" in Samarkand sind wir nach ausgiebigem Frühstück wieder zum Registan gelaufen, wo die kleinen Busse Richtung Bahnhof fahren. Beim Einsteigen war er fast leer, so dass wir uns mit den Rucksäcken gut platzieren konnten. Ein paar Haltestellen weiter war er brechend voll, aber der "Vokzal", der Bahnhof, ist sowieso Endhaltestelle. Am Bahnhof wieder die übliche Prozedur: Außen Ticktets und Pässe zeigen, innen dann Tickets und Pässe zeigen und Gepäck röntgen. Der Zug aus Tashkent, der "Sharq ", war eben eingefahren. Alles gut.



Drei Stunden später waren wir in Bukhara. Mit dem Bus 68 kommen wir in die Stadt, stand im Reiseführer eines Schweizers, den wir auf der Fahrt getroffen hatten. Nachdem wir mehrere Taxiangebote abgeschlagen hatten, konnten wir bis zu den Bussen durchdringen. Leider gab es keinen Bus 68... Zur Auswahl gab es 268 und 278. Eine Einheimische, die Englisch konnte, hatte unsere Verwirrung bemerkt und uns zum richtigen Bus geführt, den sie auch nehmen musste: 268. Die Nummern sind vor ca. 6 Monaten aktualisiert worden.

Der Bus hielt ein paar Meter vor unserem Hotel (die Frau, die mit uns fuhr, hat dem Busfahrer gesagt er soll ein paar Meter weiter fahren; in Deutschland undenkbar). Nach dem Einchecken mussten wir uns erstmal stärken. Es war auch windig und frisch geworden, so dass wir den warmen Tee und die usbekischen Gerichte nicht mehr draußen sondern in der Essstube einnahmen.

Ein neues Erlebnis für die Mädels war später der Stromausfall, der zweite in dieser Woche. Kein Licht, kein Internet, vollkommen verlassen in einer dunklen Welt. Nur gut, dass man auch eBook-Reader besitzt. Gute Nacht.



Montag, 6. Oktober 2014

Samarkand

Vielen Dank für Eure Kommentare! Wir freuen uns sehr darüber und schauen morgens immer als erstes, ob wir eine Nachricht bekommen haben.

Samarkand, eine der ältesten Städte der Welt, liegt direkt an der alten Seidenstraße. Hauptattraktion ist das Registan, ein sonniger großer Platz mit drei aneinander liegenden Medresen. Man könnte sich Stunden lang aufhalten um das vielfältigen Mosaik zu betrachten. Im Gegensatz zu Taschkent ist hier kein sowjet Charme mehr erkennbar und es ist deutlich touristischer, was einmal mit viel mehr Menschen mit Kamera zu erkennen ist, aber auch daran, dass man Eintritt bezahlen muss und an den vielen Souvenir Shops. 
Ein weiteres Highlight ist das Gur-Emir Mausoleum, die letzte Ruhestätte des großen Amir Temur, der den Islam in diese Region brachte.



Wir wohnen in Abdurhamons "New Hotel". Leider hat es für die komplette Dusche noch nicht gereicht, aber dass ist so wieso besser für die Haut. Immerhin haben wir eine funktionierende "western toilet", die nach einer Behandlung mit Desinfektionsmittel voll in Ordnung ist.
Mit uns wohnen hier noch andere deutsche Touristen, u.a. ein pensionierter Neurologe aus Göppingen, der ehrenamtlich in Buchara, unser nächsten Station, arbeitet. Sehr beeindruckt hat mich, dass man hier innerhalb 4 Stunden ein MRT bekommt und es nur 60 Euro kostet und es die neuesten Geräte sind.
Das Hotel hat eine schöne Terasse mit Blick über die Dächer von Samarkand. Hier wird gefrühstückt und ist auch ansonsten Treffpunkt mit seinen zwei typisch usbekischen Sitzbetten, auch Tapichan genannt.


In einem Hinterhof haben wir ein nettes Restaurant entdeckt, was die klassische usbekische Küche anbietet mit Schaschlik, Manthi (mit Hackfleisch gefüllte Teigtaschen), Salat, Suppe und Brot. Witzigerweise wird hier zum Essen wohl immer Fernseh geschaut, man kann es kaum glauben, aber im usbekischen Fernsehen kam Helene Fischer. Als der Wirt bemerkte, dass wir sie kennen, hat er extra für uns lauter gemacht und dachte wir lehnen aus Höflichkeit ab. Super😳!









Samstag, 4. Oktober 2014

Auf nach Samarkand

Am Freitag sind wir nach dem Frühstück in voller Montur um 7:30 Uhr mit der Metro Richtung Bahnhof gefahren. Nach der Pass- und Fahrkartenkontrolle wurden unsere Rucksäcke durchleuchtet. Unser Zug auf Gleis drei, der "Shark", hatte gefühlte 40 Wagons. Die Fahrgäste in unserem Wagen waren eine bunte Mischung aus Einheimischen, russische Touristen, einem Belgier und vier Augsburgern. Wir konnten ein bisschen Schlaf nachholen, Musik hören und lesen.
Um 12 sind wir in Samarkand angekommen und mit einem kleinen Bus, sogenannte Marshrutkas, zum Registan gefahren. Der Fahrer, ein alter Mann, fragte uns, wo wir her sind. Auf die Antwort "Germania" gab er zu verstehen, dass er im zweiten Weltkrieg als Fahrer in Dresden war. Vom Alter her durchaus möglich.


   Auf dem Weg nach Samarkand


Donnerstag, 2. Oktober 2014

Taschkent

Finanziell gesehen sind wir etwas naiv an die Reise heran gegangen, nämlich mit sehr wenig Bargeld. Was in Europa und den USA kein Problem ist, aber in Usbekistan. In ganz Taschkent gibt es nur zwei VISA Geräte, in den jeweil größten Hotels, man kann aber nur max. 100 Dollar abheben. Wenn man Landeswährung haben möchte muss man sich diese geschickt auf dem Markt besorgen.
Also haben wir uns nachdem wir im Hotel unser Gepäck abgegeben hatten auf den Weg gemacht. 
Wir sind etwas ziellos durch den riesigen Markt gelaufen und haben Ausschau nach Geldtauschmöglichkeiten gehalten. Nach einiger Zeit hat uns dann eine Angesprochen und nach einigem hin und her haben wir uns auf einen Kurs geeinigt. Für die Tauschaktion an sich hat er uns in einen Laden geführt und irgendwie rechnet man jeden Moment mit einem Schlag der einen Schach Matt setzt (man sollte nicht so viel Filme schauen). Es lief aber alles gut und wir sind glücklich mit einem Stapel Geld von dannen gezogen.
Das sind 100 Dollar:

Hier haben wir getauscht:


Da das Geld leider nicht ausreichte um alle Zugtickets zu bezahlen, was mit Karte natürlich nicht möglich ist, haben wir diese Aktion einen Tag später wiederholt und einen noch besseren Kurs rausgeschlagen. Da diese Summen nicht in einen Geldbeutel passen, transportiert man das Geld praktischerweise einfach in Plastiktüten.

Der Zugticketkauf war weniger abenteuerlich, aber mit sehr viel Geduld verbunden. Nachdem keiner von uns Usbekisch spricht, war es schon mal eine Herauforderung den richtigen Schalter zu finden.
Nach Murphy's Law haben wir uns natürlich zuerst am falschen angestellt. Der Zweite hat kurz bevor wir dran kamen geschlossen, der Dritte auch, aber aller guten Dinge sind Vier und nun haben wir alle Zugtickets bekommen. Ich habe jetzt übrigens einen neuen Vornamen: geb. Behrendt.

Taschkent an sich ist eine saubere und sichere Stadt. An jeder Unterführung und U-Bahn stehen Polzisten, die die Taschen und Rucksäcke kontrollieren und ausländische Pässe super finden. Man muss also mehrmals täglich seinen Pass zücken.
Insgesamt merkt man, Ins besondere an den Gebäuden neben dem orientalischen Touch auch den sowjetischen Einschlag. Wir sind aber sehr beeindruckt von den schön angelegten und sauberen Parkanlagen.


Der Bahnhof


Parkanlage und Hotel Uzbekistan



Mittwoch, 1. Oktober 2014

Von München nach Tashkent

 Wir konnten die Wiesn-Gäste in Regionalzug und S-Bahn geschickt meiden und sind ohne Probleme im Flughafen in München angekommen. Der Eincheck-Automat hat uns jeweils sechs Karten ausgedruckt. Unser Gepäck wurde bis Tashkent durchgecheckt, unsere Tickets konnten nur bis Istanbul ausgestellt werden. Immerhin.
Der Flug nach Wien war super, dort haben wir dann die Plätze für den letzten Flug bekommen. In Istanbul hatten wir aber nur 50 min. zum Umsteigen. Der Flughafen wird schon nicht all zu groß sein... Der zweite Flug hatte nur wenig Verspätung, so dass wir in einem gemütlichen Dauerlauf durch die Menschenmengen im Istanbuler Flughafen leicht verschwitzt das Gate 504 erreichen konnten. Alles gut. Es ging auch gleich zum Boarding über.
Abendessen hatte wir schon im zweiten Flug gehabt. Die bekannte Frage "Chicken or Pasta?" lautet bei Türkish Airlines anders: "Chicken Or Beef?" . Sehr sympatisch.
Im letzten Flug gab es, knappe zwei Stunden später, Frühstück. Der Franzose neben mir nahm sich gleich ein Rotwein dazu.
Nach noch zwei Stunden Halbschlaf sind wir in Tashkent angekommen. Auch unsere Rucksäcke haben den Weg gefunden und drehten schon ihre Runden auf dem Gepäckband.